Altersvorsorge in England

Das englische Rentensystem basiert wie das deutsche auf drei Säulen: der gesetzlichen Rente, Betriebsrenten und der Privatvorsorge. Anders als in Deutschland ist das britische System jedoch in erster Linie auf die Privatvorsorge ausgerichtet.

Staatliche Rente

Altervorsorge in England

Die staatliche Rente deckt dabei mit einer pauschalen Grundrente (Basic State Pension)   kaum das Lebensnotwendige ab. Der höchste Betrag, den Männer nach 44 Jahren und Frauen nach 39 Jahren Erwerbstätigkeit erhalten können, liegt bei 79,60 Pfund pro Woche, etwas über 100 Euro. In der Regel deckt die Grundrente lediglich ca. 15 % des durchschnittlichen Bruttogehalts ab.
Hinzu kommt noch eine einkommensbezogene staatliche Zusatzrente (Additional State Pension). Diese Rente erhält jeder, der in das 1978 eingeführte staatliche Zusatzrentensystem als Erwerbstätiger eingezahlt hat. Auch diese Zusatzrente deckt jedoch nur ca. 25% des durchschnittlichen Jahreseinkommens ab und dies auch nur bei entsprechend vielen Beitragsjahren.

Private Vorsorge

Wegen der relativ niedrigen staatlichen Rente ist das private Vorsorgen mit einer Risikolebensversicherung oder durch eine fondsgebundene Rentenversicherung in England in der Regel unerlässlich. Angeboten werden diese Produkte von Banken, Investmentgesellschaften, Bausparkassen oder Versicherungen. Die Beiträge werden bei dieser Form der Vorsorge investiert und bei Rentenbeginn ausgezahlt.
2001 führte die britische Regierung zudem die so genannten Stakeholder Pensions ein. Arbeitgeber wurden damit verpflichtet, ihren Arbeitnehmern diese gebührengünstige Privatversicherung anzubieten.

Betriebsrente

Bei der betrieblichen Altersvorsorge zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Durchschnitt 10% des Jahreseinkommens in einen Fond ein, der vom Betriebsvermögen juristisch getrennt ist und von Treuhändern überwacht wird.
Dabei gibt es in England zwei unterschiedliche Modelle: zum einen gibt es das Final Salery Scheme, bei dem bereits im Voraus die Höhe der Rente festegelegt wird. Zum anderen gibt es das Money Purchase Scheme, bei dem die Beiträge investiert werden. Die Höhe der später ausgezahlten Rente hängt demnach von der Wertentwicklung ab.

Auch in Deutschland wird regelmäßig über eine Stärkung der privaten Altersvorsorge und gleichzeitiger Rückzug der gesetzlichen Rente debattiert. Dabei bedarf es nicht mal globaler Finanzkrisen wie zum Beispiel 2008, um die Schwachstellen aktienorientierter oder anderer privatwirtschaftlicher Vorsorge zu belegen.

Arten der Privatvorsorge

Welche Formen der Privatvorsorge für einen Menschen passgenau sind, orientiert sich stets an seiner Risikobereitschaft in Kombination mit der Rendite-Erwartung. Auch die Zeit bis zum Renteneintrittsalter spielt eine entscheidende Rolle. Wer bereits im höheren Alter ist, sollte Anlageformen mit geringem Risiko wählen. Für wen die Rente noch „in weiter Ferne“ liegt, kann auch mit Aktien und Fonds für das Alter vorsorgen. Solche Papiere werden in Depots hinterlegt, die die meisten Banken ihren Kunden anbieten. Neben den Angeboten der Hausbanken gibt es mittlerweile mehrere spezialisierte Spezialanbieter. Einen Überblick, welche Firma welche Konditionen anbietet, findet sich bei http://discountbroker-vergleich.de.

(Bildquelle: keoki)