Die Artus-Sage

Die Sage um König Artus

König Artus

Arthus oder Arthur ist untrennbar mit der Geschichte des heutigen Vereinigten Königreichs verbunden. Doch gab es den sagenhaften König tatsächlich? Woher kommen die zahlreichen Varianten der Geschichte? Und was hat es mit den Rittern der Tafelrunde, dem magischen Schwert Excalibur und dem heiligen Gral auf sich? An dieser Stelle soll ein zusammenfassender Überblick über die Ursprünge und die Entwicklung der Sage gegeben werden.

Ursprünge der Sage

Obwohl heute stark bezweifelt wird, dass es den historischen König Artur gegeben hat, ist es jedoch möglich, dass einzelne Teile der Geschichte so oder in ähnlicher Form historischen Tatsachen entsprechen und zahlreiche historische Personen als Vorlage für den Mythos King Arthur gedient haben. Es wird davon ausgegangen, dass der Ursprung der Sage auf etwa 500 n. Chr. zurückgeht. Um diese Zeit soll Artus gegen die eindringenden Sachsen gekämpft haben und in der Schlacht am Camlann 537 gefallen sein. Der erste literarische Hinweis hierauf findet sich in der walisischen Dichtung Y Gododdin etwa um das Jahr 600.

Der zunächst lokale Held wird in der „Historia regum Britanniae“ (Geschichte der Könige Britanniens, ca. 1135) des Geoffrey of Monmouth zum nationalen Herrscher erhoben. Hier kommen auch die Motive der Gattin Guinevere (Guanhamara) und des Neffen Modred hinzu. Modred betrügt Artus um sein Reich und seine Frau, worauf ein Kampf zwischen den beiden folgt, bei dem Artus schwer verwundet wird und sich anschließend auf die geheimnisvolle Insel Avalon zurückzieht. Mit dieser „Reise“ in eine andere Welt wird ein bekanntes Motiv aus der keltischen Mythologie aufgegriffen.

Excalibur und die Ritter der Tafelrunde

Basierend auf der Erzählung von Monmouth entsteht zwischen Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts das Versepos Brut, in dem das magische Schwert Excalibur erstmals erwähnt wird. Das Schwert steckt in einem Felsen und kann nur von König Artus nach seiner Rückkehr herausgezogen werden. In der französischen Übersetzung „Roman de Brut“ des Dichters Wace aus dem Jahr 1155 wird zum ersten Mal von König Artus’ Tafelrunde berichtet, an der auserwählte und vorbildliche Ritter zusammenkommen. Später wurde die Artus-Sage mit den Sagen von Parzival, vom heiligen Gral und von Tristan verknüpft. Der Stoff verbreitete sich in ganz Europa und wurde unter anderem von Hartmann von Aue, Chrétien de Troyes und Wolfram von Eschenbach aufgegriffen.

Während in der Literatur auf dem Festland häufig die Ideale der Ritterlichkeit und der hohen Liebe sowie die Gefolgschaft von Artus, die Ritter der Tafelrunde (Lanzelot, Gawain, Iwein und andere) in den Vordergrund rückten, standen im englischsprachigen Raum Heldentaten einzelner Ritter im Mittelpunkt. Ein Beispiel hierfür ist das anonyme Werk Sir Gawain and the Green Knight (ca. 1370).

Die Artus-Sage in der Moderne

Bis in die Moderne wurde der Stoff der Artus-Sage immer wieder aufgegriffen und verändert. Zu den neuesten Nacherzählungen gehören z.B. der 1982 erschienene Fantasy-Bestseller Die Nebel von Avalon von Marion Zimmer Bradley und der Spielfilm King Arthur von 2004.

(Bildquelle: wikimedia)